Räuber - Wilderer - Vaganten

Hainstadter Peter -Räuber-

Einer der Räuber (siehe Fußnote 1) des Hölzerlips (siehe Fußnote 2) war der berüchtigte "Hainstadter Peter".
Wegen Verbrechen in Verbindung mit dem "Hölzerlips" und der linksrheinischen "Schinderhannes" Bande, wurden bei den Verhören zur Wahrheitsfindung Erforschungsmittel z.B. Farrenziemer und Daumenschrauben eingesetzt.


Danach gab er zu Protokoll: "Ich leugne nicht, der Peter Eichler vulgo Hainstadter Peter zu seyn. Um aus dem Zuchthaus zu kommen, das will ich keineswegs, es kann sich bey mir niemand einen größeren Undank verdienen, als der, welcher mich aus dem Zuchthaus entlassen möchte.In meiner Jugend", gab er zu Protokoll, "hütete ich Gänse und Schweine, später Großvieh. Mit 12 Jahren lernte ich von meinem Vater das Dreherhandwerk, versäumte aber die Schule. Im 15. Lebensjahr wurde ich Österreichischer Soldat, ich desertierte und nahm preußische Dienste an. Im Jahre 1776 kehrte ich in meine Heimat zurück und wurde Wildschütz. Da ich es zu arg trieb, wurde ich gefangen und in das fürstliche Gefängnis nach Kleinheubach gebracht. Danach in das Gefängnis zu Breuberg, wo ich entweichen konnte. Auf dem Geisenhof lernte ich meine Konkubine Karoline Eckert kennen."


So wurden wenigstens 22 Verbrechen ihm namentlich und besonders zur Last gelegt.

Nachfolgend einige seiner Straftaten:


  • Auf einem dieser Raubzüge tangierte er im April 1804 auch Scheringen. Es wird berichtet, dass er von einem Schweinehirten, der mit einer Flinte bewaffnet war, aufgespürt und zum Amt nach Mosbach gebracht wurde. Dort kassierte dieser die Belohnung. Bald darauf wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Hainstadter Peter ein besonders rabiater Bursche, trifft einige Tage später den Odenwälder "Hannadam" und sie beschließen, sich an dem Hirten zu rächen.
  • Einen Überfall auf einen Juden aus Hainstadt, auf der Strasse nach Walldürn.
  • Auf Händler die zum Markt nach Buchen wollten.
  • Einen Überfall in der Umgebung von Assamstadt, dieser führte zu seiner Verhaftung, erst nach Boxberg und von dort ins Mannheimer Zuchthaus "Hooricher Ranze".
    Der Tathergang:
    Am 16.05.1811 beobachteten zwei Frauen bei Windischbuch, den Überfall auf den Reisenden "Jakob Ostheimer" aus Hüngheim. Der Vogt (Bürgermeister) wurde von den Frauen verständigt. Die umliegenden Orte wurden alarmiert, mit allen möglichen Gerätschaften bewaffnet umstellten die Dorfbewohner ein Waldstück, wohin sich der Räuber flüchtete. Beim durchsuchen des Waldes, wurde der "Schwarze Peter" wie er auch genannt wurde gestellt, es handelte sich um den berüchtigte Räuber und Mörder "Peter Eichler" von Hainstadt. Mit ins Netz gingen auch drei Weibsbilder.


Zu Mannheim im Zuchthaus "Hooricher Ranze" (So wie auf dem Tornister das Fell, so stand der Schimmel im Hooriche Ranze.) fiel er in eine Krankheit, verlangte die Tröstungen der Religion und starb in der Nacht vom 14. auf den 15.Jan. 1812.

1. Begriffe wie beispielweise Räuber, Räuberbraut, Räuberhauptmann sind Überbleibsel aus der damaligen Zeit. Dass Räuber sein, war ein "Handwerk", welches schwer zu erlernen war. Räuber waren heimatlose Personen, wie zu Beispiel Kriegsgeschädigte, Verschuldete, Waisen oder Kranke. Sie mussten sich durchschlagen, weil sie sich anders nicht versorgen konnten. Die Ausbildung war hart und begann oft schon in der Kindheit, den Kindern wurden Schmerzen, z.B. Daumenpresse, Peitschenhiebe verabreicht, um sie hart zu machen und sie nicht petzten. Sie hatten ihre eigenen Sprachen und verständigten sich über die Fingersprache oder über die Gaunerzinken die an den Gebäuden versteckt angebracht wurden. (Sprachen waren: "Rotwelsch" oder "Jenisch".)
Räuber die den Armen gaben, was sie den Reichen nahmen, kennen wir alle von der Literatur und von Filmen. Das Leben derer um das 18. Jahrhundert war alles andere als edel und romantisch.
15% der erwerbstätigen Bevölkerung verdiente sich als wandernde Vaganten den Lebensunterhalt. Der Leib Brotkostete 45 kr., der stärkste Mann verdiente aber täglich nur 33 kr.
Den im ländlichen Raum dringend benötigte Rohstoff Holz, war in dieser Zeit wegen menschliche Nutzung kaum verfügbar. Hinzu kam eine Jahrzehnte lange Klimaverschlechterung, was katastrophale Mißernten nach sich zog. Aus dieser heute unvorstellbaren Not, erwuchs das Räuber-Unwesen.

2. Georg Philipp Lang vulgo (gemeinhin, gewöhnlich) "Hölzerlips": Räuberhauptmann, der Räuber die im Odenwald die unter Ausnutzung der drei Ländergrenzen ihr Unwesen trieben.
Hölzerlips, der Ursprung des Namens bezieht sich auf die Kastenkrämer, welche ihre Holzwaren z.B. Kochlöffel, Kartoffelstampfer, Zinken und Rechen, in einem Bauchladen feilboten.
Er wurde mit drei anderen seiner Bande in Heidelberg am 31.Juli 1812, 12 Uhr mittags mit dem Schwert hingerichtet. ( Schafrichter Widtmann).

Quellen:

  • Bericht vom poetischem Leben der Vaganten und Wegelagerer auf dem Winterhauch.
  • Chronik der Gemeinde Assamstadt. S. 238-239 Hermann Hügel.
  • Bericht vom poetischen Leben der Vaganten und Wegelagerer auf dem Winterhauch, besonders aber vom Aufstieg des Kastenkrämers "Hölzerlips" zum Odenwälder Räuberhauptmann von Dieter Preuss und Peter Dietrich.
  • "Haistadt in Baden" Ein Beitrag zur Staats -und Kirchengeschichte Ostfrankens 1922
  • 1200 Jahre Scheringen S. 294

Flickschuster Eiermann

Flickschuster Johann Egid Eiermann -

Vom gottlosen Sträfling zum "Original"

 

Manch eine Anekdote über Diebereien, üble Streiche und erfolgreiche Fluchten des "Schwerenöters Eiermann" ist in Höpfingen bis auf den heutigen Tag überliefert worden.

Geboren wurde Johann Egid Eiermann 1830 als Sohn einer ledigen Mutter. Nach der Schulzeit erlernte er in Hettingen das Schuhmacherhandwerk¹. Da es für ihn ohne Landbesitz kaum möglich war von seinem Handwerk zu leben, wird er wohl bald nach der Lehrzeit ein unstetes Leben mit Bettel und kleinen Diebereien aufgenommen haben, wie es für die damalige Zeit nicht untypisch war. Später heißt es von ihm, er habe seine "verbrecherische Laufbahn" 1850 begonnen.

 Anfang April 1861 wird er aus der "Polizeilichen-Bewahrungsanstalt zu Bruchsal" entlassen, deren Insassen hauptsächlich ledige Männer und Frauen seines Alters und Bildungsgrades sind, welche meist wegen mehrfachen Diebstahls, aber auch aufgrund von Landstreicherei, Müssiggang oder Trunksucht inhaftiert worden waren. Die durchaus "modern" geführte Anstalt will sie "zu einem selbstständigen und hinreichenden ehrlichen Broderwerb" befähigen.

Eiermann kehrt nach Höpfingen zurück, wo er unter Polizeiaufsicht gestellt und strengstens observiert wird. In einem an Bürgermeister und Pfarrer gerichteten Beschluss des Bezirksamtes heißt es dazu: "... sich von der Anwesenheit des Sträflings im Ort insbesondere zur Nachtzeit fortgesetzt zu unterrichten, darüber ein Tagebuch zu führen, das Verhalten des selben genau zu überwachen und von jedem Bruch der polizeilichen Aufsicht, sogleich dem Bezirks-Amt die Anzeige zu machen, bei sich ergebendem Verdacht sogleich Haussuchung bei Eiermann vornehmen und geeignetenfalls denselben verhaften zu lassen."

Noch in derselben Woche beantragt Eiermann - wohl auf drängen der Obrigkeit - die Erlaubnis und Unterstützung zur Auswanderung nach Amerika, da er sich in Höpfingen als Schuhmacher nicht ernähren könne. Es war damals durchaus üblich, unliebsamen Mitbürgern die Überfahrt nach Amerika zu bezahlen, um so langfristig Kosten zu sparen und sich der Problemfälle zu entledigen. Der Überlieferung nach brachte ihn der Bürgermeister höchstpersönlich per Kutsche und Schiff zum Hafen nach Mannheim, wo er jedoch nicht an Bord ging, sondern entwich, um schon bald wieder in Höpfingen aufzutauchen.

Fortan steht er meist unter polizeilicher Überwachung, streift in den Nachbarorten umher, lebt dabei teils von Diebereien und teils vom Schuheflicken und anderen Gelegenheitsarbeiten. Immer wieder muss er Strafen im Gefängnis absitzen, wobei der katholische Anstaltspfarrer den 4ojährigen folgendermaßen charakterisiert: "Johann Egid Eiermann macht sich sobald er in Freiheit gesetzt ist, eines Verbrechens nach dem anderen schuldig, und wird ein für die öffentliche Sicherheit und das Eigenthum gefährliches Subjekt bleiben. Der katholischen Religion gegenüber legt er nur Verachtung an den Tag und spricht es unverholen auß, daß er die Lehren des Christenthums hasse." Miete und Holz stellt ihm die Gemeinde, oft zieht er es jedoch vor im Wald zu hausen, wo er sowohl unter dem Schächerstein, als auch in den Wäldern seine wechselnden Lager hat. Noch als 63jähriger muss er im Mannheimer Landesgefängnis eine zweimonatige Haftstrafe wegen Wilderei verbüßen. Der katholische Hausgeistliche bezeichnet ihn in seinem Tagebuch als "den schlimmsten Insassen", welcher mit der Religion "längst vollständig gebrochen" habe. Es ist ihm "unbegreiflich, wie er bei seinem verkommenen Zustande die Interwalle von einem Gefängnisleben bis zum andern immer wieder in seiner Heimat zubrachte. Es kommt unwillkürlich der Gedanke, ob nicht ein solches Subjekt, wie Eiermann eines ist, ein schrecklicher Lehrmeister der jungen Burschen in seiner Heimat ist.

Überwachungsprotokoll

Es ist für das damalige Verhältnis zwischen Bürgern und Obrigkeit jedoch typisch und bezeichnend, dass die vom Eiermann geschädigten Bauern sein öfters geglücktes Entweichen vor dem Zugriff der Justiz eher bewunderten als bedauerten, ihm auch weiterhin Arbeit und eine Mahlzeit gaben und seine diversen Untaten mit in den dörflichen Anekdotenschatz aufnahmen und ihm noch viele Jahre später ein Andenken als "Original" bewahren. Selbst seine religiösen Anschauungen wurden toleriert. In einem Brief des Bürgermeisters heißt es dazu: "Von Religion will er nichts wissen, er geht lieber am Sontag in den Wald".

 

Im Februar 1900 starb Johann Eiermann siebzigjährig im Walldürner Spital.

 

 ¹ Schuster standen in der Hierarchie der dörflichen Handwerker sehr weit unten. In den kleinen Orten waren sie als Flickschuster meist auf das Reparieren von Schuhen spezialisiert. Neue Schuhe kauften sich die meisten Bauern nur, wenn es gar nicht mehr anders ging.

 

Quelle: Heimatferein Höpfingen

 

Am Schächerstein soll sich Eiermann öfters versteckt haben.

Mit dieser Wandermarkierung (Rundwanderweg der Gemeinde Rütschdorf)

  kommen sie zum Schächerstein.

 

(Vorort, ein V Zeichen u. eine Tafel "Flächenhaftes Naturdenkmal") 




Karrefranz -Wilderer



Der Karre Franz war einer der letzten großen Wilderer im Odenwald. In den Wäldern zwischen Main und Neckar trieb er sein Unwesen und konnte lange Zeit von der Obrigkeit nicht gefaßt werden.

Karre Franz, mit richtigem Namen Franz Schmitt, war eigentlich Köhler – sein Spitzname rührte daher, dass er regelmäßig mit seiner Karre in die umliegenden größeren Städte zog und dort seine Holzkohle verkaufte. Auf dem Rückweg in den Odenwald ging er meistens auf verbotene Jagd und transportierte das erlegte Wild in der nun leeren Karre.

Folgende Geschichte soll sich zugetragen haben: Auf der Flucht vor Gendarmen fand der Karre-Franz abends Unterschlupf in einer einsamen Feldscheune. Müde streckte er sich auf dem Heuboden aus, ohne zu ahnen, dass seine Verfolger ganz in der Nähe waren. Auch sie, müde von der Verfolgung, beschlossen in der Scheune zu übernachten. Der Karre-Franz wurde alsbald durch das Schnarchen der Gendarme geweckt. Dennoch blieb er seelenruhig bis zum Morgen auf seinem Lager liegen. Beim Morgengrauen stieg er leise vom Heuboden herab, betrachtete schmunzelnd die beiden Gendarme und schrieb mit ungelenker Hand: „Ihr habt so laut geschnarcht, dass ich schon etwas früher gegangen bin. Euer Karre-Franz“.

Im Jahr 1900 wurde er gefaßt und zu 18 Jahren Zuchthaus in Erbach verurteilt. Zwei Jahre vor Ablauf der Strafe durfte er das Gefängnis verlassen, führte anschließend ein bürgerliches Leben, heiratete noch zweimal und starb schließlich um das Jahr 1925.

Quelle: Region-Odenwald.info 

Karrefranzhöhle Zittenfelden
Karrefranzhöhle Zittenfelden

Der König der Spessart- Wilderer.

Johann Adam Hasenstab

Johann Adam Hasenstab wurde am 21.09.1716 in Rothenbuch geboren. Er besserte seinen Lohn als Jagdgehilfe mit Wilddiebereien auf, dieses führte zu seiner Entlassung.

Sein Jagdrevier war der Spessart und das Taubertal, die Beute verkaufte er an Gastwirte,   Bauern und an höher gestellte Personen. Er wurde schon zu Lebzeiten eine Sagengestalt.  

1770 bei einer erneuten Festnahme wurde er nach Australien verbannt, aber er kehrte wieder zurück. Am 03.06.1773 wurde er vom Bischbrunner Revierjäger Johann Sator erschossen, dafür bekam dieser 15 Gulden (Schuss und Fanggeld).

Zur Erinnerung an ihn, steht an seinem Sterbeort ein Kreuz und auf dem Friedhof in Breitenbrunn ein roter Sandstein. Im Oktober 2004 wurde ein historischer Wanderweg zu seiner letzten Ruhestätte eröffnet.

 

http://www.naturpark-spessart.de/wandern/wanderparadies/hasenstabweg.php

Johann Adam Hasenstab
Johann Adam Hasenstab

Dachsenfranz -Wilderer-

Dachsenfranz und seine Hunde
Dachsenfranz und seine Hunde

     

Anekdoten über den Dachsenfranz.


Der Dachsenfranz, eigentlich Franzesko Regali (eingedeutschte Form von Francesco Regali, Geburts- und Sterbeorte sowie Daten unbekannt) war ein bekanntes Original italienischer Herkunft, das sich in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der nordbadischen Region Kraichgau aufhielt.(Wikipedia)

Die Jäger duldeten seinen Jagdfrevel, da er nur Dachse, Marder, Füchse und mehr erlegte, er nannte es „Lumbezeig“ . In seiner Höhle fand man nie Beweise, wie das Fell von einem Reh oder Hasen. Nach seinen Speisen befragt sagte er schmunzelnd: „Katz zart- Has zäh“!

 

  

Räuberhauptmann Hannikel.


Der Räuberhauptmann Hannikel (Der Name stammt aus der  Sinti-Sprache und bedeutet  Ochse). Sein  bürgerlicher Name war Jakob Reinhard, geboren um das Jahr 1742 bei Kleinschieberstadt nahe Mannheim.  Seine Eltern waren Zigeuner; sein Großvater hatte unter dem Namen der kleine Conrad seine Räuberkarriere bereits am Rad beendet.

 

Hannikel und drei weitere Bandenmitglieder wurden zum Tod durch den Strang verurteilt und am 17. Juli 1787 in Sulz hingerichtet.   Er war eine schillernde, wenn auch heute fast in Vergessenheit geratene Gestalt der Geschichte des 18. Jahrhunderts. 

Mathias Weber "Fetzer" -Räuber-

Mathias Weber
Mathias Weber

Mathias Weber (1778-1803)

Mathias Weber, genannt „der Fetzer", war ein rheinischer Räuberhauptmann des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Als gleichermaßen verwegen wie brutal geltend, zählte er zu den meistgesuchten Kriminellen seiner Zeit.

Mathias Weber wurde 1778 in Grefrath geboren. Seine Mutter starb an Kindbettfieber, der Vater kam 1785 bei einem Trinkgelage ums Leben, sodass der junge Mathias Weber zunächst mit seinem Ziehonkel, einem Scherenschleifer, durch die Lande zog. Von diesem erlernte er auch die ersten räuberischen Handgriffe.

 

Weber und Bückler wurden in Mainz an die französischen Behörden übergeben. 1802 wurde in Köln das Verfahren gegen ihn und weitere Mitglieder seiner Bande eröffnet. Ihm konnten mehr als 180 Einbrüche und Raubüberfälle sowie zwei Morde nachgewiesen werden, sodass er am 17.2.1803 zum Tod durch die Guillotine verurteilt wurde. Das Urteil wurde zwei Tage später in Köln auf dem Altermarkt öffentlich vollstreckt. Acht Jahre lang hatte er das Rheinland zwischen Neuss und Frankfurt am Main unsicher gemacht.

 

Räuberhauptmann Lips Tullian (Sachsen)

Zuerst taucht der Name Lips Tullian¹ 1702 in Prag und Umgebung auf. Dort trieb er sein Unwesen, indem er in Kirchen einbrach und Kramläden überfiel. Im November desselben Jahres kam er ins Kurfürstentum Sachsen, wo damals mehrere Räuberbanden aktiv waren. August der Starke zeigte in dieser Zeit nur wenig Interesse für die schlechte Sicherheitslage auf den Straßen seines Kurfürstentums. Vielmehr hatte er vorrangig den damals tobenden Großen Nordischen Krieg im Blick. So war es Kriminellen wie Lips Tullian über längere Zeit möglich, unentdeckt zu bleiben. Lips Tullian arbeitete sich zum Anführer einer berüchtigten Räuberbande herauf, die er mit dem Namen Schwarze Garde versah. Sie besaß einen primitiven Unterschlupf im Tännichtgrund, am Colmnitzbach bei Naundorf im südlichen Tharandter Wald, wo bis heute eine etwa 450 Meter hohe Erhebung den Namen Lips-Tullian-Felsen trägt, Am 8. März 1715 vollstreckte man das Urteil.

Am Schwarzen Tor in Altendresden² im Beisein Augusts des Starken und etwa 20.000 sächsischer Bürger wurde er und vier Bandenmitglieder durch das Schwert enthauptet. . Die letzten Mitglieder der Schwarzen Garde wurden erst 1718 gefasst und verurteilt. 

 

¹alias Philipp Mengstein, Elias Erasmus Schönknecht u. der Wachtmeister genannt, geb. 1675 in Strasburg, Sohn eines lothringischen Offiziers.

 

²Altendresden war eine Stadt im Kurfürstentum Sachsen, die später mit Dresden

  vereinigt wurde.

 

Das Schönste, das wir entdecken können,

ist das Geheimnisvolle…. Wem dieses Gefühl fremd ist,

wer nicht mehr innehalten und in Bewunderung versinken kann, der ist wie tot, seine Augen sind verschlossen.

 

Albert Einstein

Quellen: Dieter Preuss Peter Dietrich

Bericht vom poetischen Leben der Vaganten und Wegelagerer

auf dem Winterhauch,

besonders aber vom Aufstieg des Kastenkrämers

Hölzerlips

zum Odenwälder Räuberhauptmann.

 

Michail Krausnick

Beruf: Räuber

Vom Schrecklichen Mannefriedrich

und den Untaten der Hölzerlips- Bande.

 

Der Amtsbezierk Adelsheim nebst geschichtlichen Notizen

H. Fontine, Hauptlehrer in Sachenflur.

 

 Homepage:

 

http://www.balzfeld.de/der-dachsenfranz.html  

http://kultplatz.blogspot.com  

 

Homepage:

 

Heimatverein Höpfigen.

 

http://www.manfred-reinnarth.de/reinard2.htm

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Lips_Tullian

 

http://www.google.de/Lips_Tullian