Dolnays Hof oder Bettelmanns-Umkehr

 

Aufgelassene Orte:            

Zu Leibenstadt gehörte der berüchtige Weiler "Dolnayshof".

Dieser Ort wurde 1703 von dem ungarischen Edelmann Franz von Dolnay  gegründet. Die Bevölkerung stieg auf 260 Personen an, die in 38 Häusern wohnten.

Die Mehrzahl der Bevölkerung  lebte aus grosser Not nur vom Bettel und Diebstahl und sie wurden dadurch zur Landplage. Deshalb wurden sie auf Staatskosten nach Amerika geschafft  oder in die umliegenden Orte verteilt. Bis 1879 wurde die Kolonie durch Ankauf  aufgelöst und die Häuser abgerissen.

Heute findet man nur noch Brunnenreste von diesem Ort. 

 

Eine der vielen Anekdoten.

Die Bewohner des Dolnayshofes fällten einen Baum auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Kessach  und hinterliessen fogenden Text:

                        Wir haben den Stamm und

 ihr Kesschemer Lumpen den Stumpen.

 

 

 Amtsbezirk Adelsheim, von H. Fontaine 

"Rineck" Die Rielinger

   

Rineck ist ein Hofgut auf der Gemarkung der heutigen Gemeinde Elztal im nördlichen Baden-Württemberg. Von 1788 bis 1850 bestand außerdem die Gemeinde Rineck. Dieser Ort wurde auf Geheiss von Kurfürst Carl-  Theodor für  Wohnsitzlose, Landfahrer gegründet. Die überlassenen Böden waren nicht gut und zur Bodenverbesserung fehlten ihnen die Geräte bzw. Gespanne.  So verdienten sich die Bewohner ihren Lebensunterhalt als Maulwurffänger, Kessel- und  Pfannenflicker, Essigträger, Korbmacher usw. Die Kinder mussten ihre Mütter bei der täglichen Betteltour begleiten. In den Nachbargemeinden verschwandern oft Dinge, die nicht niet- und nagelfest waren. Rineck wurde wegen des schlechten Leumunds ihrer Bewohner aufgelöst. So kam es, dass die Bewohner gröstenteils auswandern mussten.  20-25 Personen liessen sich nicht dazu  überreden und auch einige ältere Menschen wurden auf die umliegenden Orte verteilt. 

 

 

 Quellen: Unser Land 2000

http://wikipedia.org/wiki/Rineck

Breitenbach

 

Breitenbach ist auch eine aufgelassenes Ortschaft.

Der Weiler Breitenbach war ein  ehemaliges Bauerndorf, in einem idyllischen Wiesental.

Der älteste Bildstock im Odenwald ist auch hier zu finden, er stammt aus dem Jahre 1483.

 Die Kirche St. Wendelin und St. Nikolaus steht im ehemaligen Bauerndorf und heute ausgestorbenen Kirchzeller Weiler Breitenbach. Die ehemalige Dorfkirche hat eine verhältnismäßig reiche Ausstattung. Sie stammt von Künstlern, die mit der Innengestaltung der Abteikirche Amorbach betraut waren.

Die kleine Dorfkirche ist letztes Zeugnis einer ehemals aktiven Dorfgemeinschaft. Mit ihrer erhaltenen barocken Ausstattung stellt sie einen besonderen kulturhistorischen Wert für die Region Drei-Länder-Eck (Bayern, Baden-Württemberg und Hessen) dar.

(siehe auch Bericht: Quellkirchen) 

 

 

Ober- und Unterferdinandsdorf

Zwischen Mülben und dem Reisenbacher Grund (in dem Gebiet Margrafen- Wald) findet man nur noch Mauerreste und Brunnen von Ober- und Unterferdinandsdorf.

 

Etwa um 1712 wurden diese Orte gegründet. Anfang des 19.Jhd. kam es durch Armut, Missernten, falsche Holzwirtschaft und klimatische Bedingungen (kleine Eisszeit) zur Auflössung dieser Orte. Die Bewohner wanderten nach Amerrika aus oder kamen bei Verwandten in den umliegenden Orte unter.

 

Kleine Eiszeit "Der Tambora"

 

Ein gigantischer Vulkanausbruch (Stratovulkan)1815-1816 in Indonesien, durch den gewaltige Mengen Feinstaub in der Atmosphäre bis nach Europa transportiert wurden, globale Klimaveränderungen, die aufgrund der Auswirkungen auf das nordamerikanische und europäische Wetter dem Jahr 1816 die Bezeichnung „Jahr ohne Sommer“ einbrachten. In Teilen der nördlichen Hemisphäre kam es durch Missernten und eine erhöhte Sterblichkeit unter Nutztieren zur schlimmsten Hungersnot des 19. Jahrhunderts Die weltweiten, indirekten Opferzahlen lassen sich nicht feststellen.

 

 

Galmbach


In einem Seitental des Itterbaches lag das aufgelassene Ort Galmbach. 1443 wurde der Ort erstmals genannt. Im 18. Jahrhundert hat es in dem abgeschiedenen Tal mindestens 12 Bauerngüter gegeben, die durch die Erbteilung aber stark zersplittert waren. Nach 1800 brachten Mißernten die Bewohner des Dorfes an den Rand des Existenzminimums. 1828 zählte Galmbach noch 19 Häuser und 149 Einwohner. In dieser Zeit war das fürstliche Haus Leiningen bestrebt durch Aufkaufen der Gemarkung Galmbach den leiningischen Wildpark abzurunden. Nur ein Haus blieb für die leiningischen Forstbediensteten übrig und ist heute verpachtet. Das Dorf Galmbach wurde aufgelöst und nach dem Sohn des Leininger Fürsten Karl in Eduardsthal umbenannt.

Der zweite Sohn Ernst gab der ebenfalls in dieser Zeit verlassenen Gemeinde Neubrunn, die an der Straße von Kailbach nach Kirchzell liegt, den heute bekannten Namen Ernsttal. Wie auch die nahegelegenen Dörfer Sondernach (heute als Reisenbacher Grund bekannt), Ober- und Unterferdinandsdorf, die alle im Bereich des heute markgräflich Badischen Forsts liegen, Neubrunn oder aber auch Ohrnbach, Michelbuch oder Dörrellenbach konnte der karge Boden seine Bewohner nicht mehr ernähren, sodass diese in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wegzogen oder gar auswanderten und alte Dörfer zu bestehen aufhörten. Das einsam gelegene Tal mit dem Forsthaus Eduardsthal liegt heute am Wanderweg „weißes Quadrat“ (HW 30 des Odenwaldklubs)zwischen Kailbach und Waldauerbach, etwa eine gute Wander-Stunde von Kailbach entfernt.

(Hart traf es noch die in Galmbach geborenen, wohnsitzlosen Vaganten, die zumeist als Kleinsthändler durch die Lande zogen und mit der Dorfauflösung ihr winterliches Heimatrecht verloren. Der Fürstliche Domänenrat Knaus war zwar bemüht, für die zahlreichen Obdachlosen neue Plätze in den Armenhäusern der umliegenden Dörfer zu arrangieren. Doch bei der Anzahl von etwa 150000 Wohnsitzlosen in ganz Süddeutschland waren die umliegenden Ortschaften nicht leicht davon zu überzeugen, dass sie nun, neben den eigenen Ortsarmen, auch noch Plätze für die Galmbacher Vaganten zur Verfügung stellen sollten).

 

Hohberg

 

Das Ort „Hohberg" (der Name kommt von der hohen Lage zwischen dem Haintal und dem Itterbachtal bei Kailbach /Hessen).

Die Bewohner bestellten die kargen Felder. Um zu überleben mussten sie im Forst, als Viehhirten und für die Lederherstellung arbeiten. 

Nach 1856 setzte der Niedergang des Ortes ein. Wassermangel, karge Böden und Missernten liessen  die Bewohner abwandern.

Heute findet man nur noch wenige Gebäude dieses Ortes.

 

Quelle: Wanderung im Beerfelder Land von Rainer Türk.

 

Horingen

Vermutlich befand sich der Ort Horingen im Schillingstadter Kästle, heute Gemarkung Oberwittstadt (Ravenstein).
Im Dreißigjährigen Krieg wurde dieser Ort aufgelassen. Es könnte eine alemannische Besiedlung gewesen sein (Orte mit der Endung „ingen“). Dort ist der Hagenbrunnen noch zu finden.
In Hagenbrunnen steckt das Wort „Hag“, welches Umfriedung bedeutet (Siedlung, die als Schutz mit einer Hecke umgeben war).

                                                                                                                  ED 50

  9.54081 O     49.44893 N

 

Quelle: Geschichten aus der Geschichte von Oberwittstadt von Walter Brecht.(S. 17)

Der Weiler Schallberg.

Der Weiler "Schallberg" der zwischen Seckach und Zimmern lag, wurde um 1288 erwähnt und am Ende des 15.Jhd. wegen den schlechten Zeiten aufgelassen.

Weitere ehem. Orte

Zwischen dem Kastellort Osterburken und Rosenberg im schönen Kirnautal, gab es den Weiler Gieß  eine frühfränkische Ansiedlung. Die heutige Flurbezeichnung "vordere und hintere Gieß" spricht dafür, dass dort 2 Huben¹ vermessen wurden.

Einer der ersten Hubenbesitzer war der im Güterverzeichnis des Klosters Lorsch erstmals erwähnten Giselbertus, der am 31 Mai 788 dem Kloster seine Leibeigenen, Gebäude, Felder und Gewässer vermachte.

 

Auf Rosenberger Gemarkung gab es folgende Orte:

Das Dorf "Ensigheim" ein Dorf aus der hohen Frankenzeit.

Die Ansiedlung "Neuhof" dürfte um 1550 enstanden sein. 

 

¹Huben/Hufe: Eine Hufe ist ein altes deutsches Flächenmaß,

das in unterschiedlichen Gegenden unterschiedliche Größe aufweist

(meist zwischen 30 bis 80 Morgen ; also 7,5 bis 20 ha).

 

  Quelle: -Rosenberg im Herzen des Baulandes (Heimatbuch 1974)

              -Unser Land Heimatkalender 2012    S. 149-151

 

 

 

 

 

 

Wer in die Zukunft denkt,

 

muss die Gegenwart kennen;

 

selbige aber ist aus der

 

Vergangenheit geworden.