Orientierung

Feststellen des eigenen Standortes

Zum feststellen des eigenen Standortes müssen mindestens zwei bekannte Geländepunkte (Berge, Dörfer, o. ä.) sichtbar sein. Die beiden Punkte sollen nicht zu nahe beisammen liegen.

Zum bekannten Geländepunkt 1 wird der Richtungswinkel mit dem Kompass gemessen. Dieser Richtungswinkel wird auf die Karte übertragen. Dabei muß die Richtungspfeilspitze des Kompasses zum Zielpunkt zeigen. Die Linie zum eigenen Standpunkt führt nach Rückwärts, also entgegengesetzt dem Richtungspfeil.

Mit Geländepunkt 2 wird ebenso verfahren. Es entsteht ein Schnittpunkt beider Richtungslinien. Dieser Punkt ist der gesuchte Standort.

 

 

Einnorden der Karte nach dem Gelände

Die Wanderkarte kann nach der Landschaft eingenordet werden, wenn der eigene Standort und mindestens ein Fernziel bekannt ist.

Hierzu ist es notwendig, den eigenen Standort auf der Karte festzustellen. Den eigenen Standort und das bekannte Fernziel verbindet man mit einer Linie.

Nun wird die Karte so lange gedreht, bis die Linie auf der Karte vom eigenen Standort auf der Karte zum Fernziel in der Landschaft zeigt. Die Karte ist dann eingenordet und nun zeigt jede Linie vom eigenen Standort über ein Ziel in der Karte auf das gleiche Ziel in der Natur.

 

 

Moose und Flechten an Bäumen, Pfähle, Felsblöcken zeigen nach Westen bis Süd-Westen.
Türme alter Kirche stehen oft im Westen. Altäre/Chor meist nach Osten.
Alte Einzel stehende Bäume sind oft nach Osten bis Süd-Osten geneigt. Schlupflöcher der Vögel zeigen meist nach Osten.
Ameisenhaufen sind auf der Südseite von Bäumen und Sträuchern.
Trigonometrische-Punkte haben ein "T" auf der Südseite.
Weinberge/Obstplantagen liegen zumeist an Südhängen.
Bleistift auf heller Fläche senkrecht halten: Schatten zeigt morgens ca. nach Westen, Mittags nach Norden, Abends nach Osten.

 

Orientierung mit Uhr und der Sonne.

Mit einer Uhr und der Sonne kann man die Himmelsrichtung feststellen.
Zu diesem Zweck richtet man den Stundenzeiger gegen die Sonne; die auf der Mitte zwischen der 12 und der Sonne zu denkenden Linie zeigt dann nach Süden.
Zwischen 6 Uhr morgens und 18 Uhr abends müssen wir den kleineren Winkel zwischen dem Stundenzeiger und 12 Uhr halbieren, zwischen 18 Uhr und 6 Uhr den größeren.

Orientierung nach dem Sternenhimmel

Norden finden wir, wenn wir die beiden hinteren, den Kasten des Wagens bildenden Sterne, mit einer gedachten Linie verbinden und diese Linie nach oben um das Fünffache verlängern, stoßen wir fast genau auf den Polarstern.
Senkrecht unter dem Polarstern liegt der Nordpunkt unseres Sehfeldrandes, uns zur Linken Westen, zur Rechten Osten und hinter uns Süden.
Der Polarstern ist der letzte der drei 3 Deichselsterne des Kleinen Wagens, den wir auch schnell finden können. In der Gestallt gleicht er dem Großen Wagen, ist aber nur halb so groß.
Beide Himmelsbilder erreichen niemals die Horizontlinie, gehen also weder auf noch unter und bleiben die ganze Nacht über während aller Jahreszeiten zu sehen.

Eine Faustregel:

Beim Wandern mit einer Karte Maßstab 1: 25000 braucht man für eine Faustbreite ca. eine Stunde, je nach Wanderdurchschnittsgeschwindigkeit (WDG)

WDG = Gelaufene Kilometer / reine Wanderzeit